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der Aufrechte - zur Person Ludwig Baumann

Ludwig Baumann

Ludwig Baumann

Deserteur und NS-Opfer

gegen die Relativierung vonm Unheil und Unrecht

 

 

Ludwig Baumann

 

Auch unter seinem Protest ist am Sonntag, dem 09. Mai 2004 in Torgau die überarbeitete Dauerausstellung "Spuren des Unrechts" eröffnet worden. Sie will Unrecht der nationalsozialistischen Militärjustiz, in den beiden sowjetischen Speziallagern 1945-1948 und im DDR-Strafvollzug von 1950-1990 dokumentieren.
Ludwig Baumann prangert die Geschichtsglättung an. Wer ist der "Kämpfer gegen das Vergessen? Was will der Mann, der erst vor kurzen leidlich rehabilitert wurde?
 

Ludwig Baumann wurde 1921 in Hamburg als Sohn eines Tabakgroßhändlers geboren. Im Alter von 19 Jahren holte ihn Hitlers Kriegsmarine. Er mußte zum Einsatz nach Frankreich und wurde in Bordeaux einer Hafenkompanie zugewiesen. Im Juni 1942 entschied er sich, nicht weiter an Hitlers Krieg teilzunehmen und ging "von der Fahne", wie ein Ausdruck für die Tat der Deserteure lautet, der sich bis heute gehalten hat. Er wollte mit einem Freund nach Marokko fliehen, doch das schaffte er nicht. Die beiden wurden gestellt und wegen "Fahnenflucht im Felde" zum Tod verurteilt. Dem einflussreichen Vater verdankte er, daß das Urteil umgewandelt wurde. Es folgten Haft, Konzentrationslager, Strafbataillon.

Die Erinnerung an das furchtbare Wehrmachtsgefängnis in Torgau und an die Erschießungen von Deserteuren, die er mit ansehen mußte, ließ Ludwig Baumann nie mehr los. Doch das Kriegsende brachte kein Ende der Leiden, da die Deserteure als "Verräter" diskriminiert wurden, obwohl sie einem verbrecherischen Regime den Gehorsam verweigert hatten.

Ludwig Baumann fand keinen Halt und verfiel dem Alkohol. Die große Umkehr in seinem Leben kam erst, als seine Frau, mit der er sechs Kinder hatte, starb und er beschloß, die Verantwortung für die Familie zu übernehmen und sich dem Leben neu zu stellen.

1990 gründete Ludwig Baumann mit 36 Leidensgenossen die "Bundesvereinigung Opfer der Militärjustiz e.V." und kämpft seither für die Rehabilitierung der Wehrmachtsdeserteure.

Die Deserteure sind die einzige Gruppe von Opfern des Dritten Reichs und seiner Justiz, für die die Unrechtsurteile nicht pauschal gesetzlich aufgehoben wurden. Per Einzelfallprüfung ist die Aufhebung der Vorstrafe möglich, aber das lehnen Baumann und die wenigen überlebenden Deserteure als Kränkung ab. Sie wollen sich nicht noch einmal rechtfertigen, sondern sie wollen Anerkennung. Die rot-grüne Bundesregierung hatte bei ihrem Amtsantritt eine eindeutige Rehabilitierung der Wehrmachtsdeserteure versprochen - ein Vesprechen, das bis heute uneingelöst ist.

Immerhin: Am 15. Mai 2001, dem internationalen Tag der Kriegsdienstverweigerer haben die Deserteure im ehemaligen KZ Buchenwald ein Stück Anerkennung erfahren. Ludwig Baumann durfte dort das erste Mahnmal für Kriegsdienstverweigerer und Deserteure enthüllen. Der Gedenkstein trägt die Inschrift: "In Erinnerung an die Opfer der nationalsozialistischen Militärjustiz, die den Krieg verweigert haben und einem verbrecherischen Regime nicht mehr dienen wollten."

(Quellen div.)

Sie interessieren sich für Informationen zu Arbeit und Leben Ludwig Baumanns:
 

http://www.mdr.de/nachrichten/sachsen/1372275.html 
NS-Opfer protestieren gegen Ausstellung in Torgau (der MDR-Bericht mit Video)

 

http://www.muenster.org/vvn-bda/zeugen.htm                 
Internetseiten des VVN/BDA

 

http://www.dominikaner.de/forum/baumann.htm             
Vorstellung Ludwig Baumanns

           

http://postwww.kampagne.de/presse/pi220396.html    
Vorschlag zum Friedensnobelpreis

 

http://www.eak-online.de/gedenkveranstaltung/              
evangelische Arbeitsgemeinschaft zur Betreuung der Kriegsdienstverweigerer

 

http://www.linkeseite.de/Texte/diverses/0578.htm                     
Bundeswehr-Major beleidigte den Wehrmachtsdeserteur Ludwig Baumann (Artikel auf www.linkeseite.de)

 

http://www.bessereweltlinks.de/book09e.htm                  
 

http://www.ndrinfo.de/ndrinfo_pages_std/0%2C2758%2COID38916%2C00.html
Ludwig Baumann’s Kampf um Rehabilitierung der Wehrmachtsdeserteure (NDR – Feature)

 

http://www.jungewelt.de/frameit.php?/1999/06-11/012.shtml   
Streit um die Erinnerung - nicht nur in Torgau (JW-Artikel)

 

http://www.jungewelt.de/2002/01-11/008.php                 
Bundeswehrmajor entschuldigte sich auch vor Gericht nicht für Beschimpfung des Wehrmachtsdeserteurs Ludwig Baumann als »Straftäter« (JW-Artikel)

 

http://www.dhm.de/gaeste/koerber/koerb10/                  
Sarah Düttmann (Jg.84) , Anke Heyder (Jg.84) und Charlotte Pötzel (Jg.85), (Schillergymnasium Münster) schrieben einen Beitrag zum Thema "Von der Desertion bis zur Rehabilitierung von 1933 bis heute". Sie erhielten einen fünften Preis.

 

http://www.gavagai.de/krieg/HHD31WST.htm                
Ludwig Baumann gilt für seinen Widerstand gegen Hitler seit 2002 nicht mehr als vorbestraft

 

http://www.friederle.de/kdv/baumann.htm                        
Artikel der Arbeitstelle Frieden

 

http://www.aachener-friedenspreis.de/preistraeger/1995.html
Der nationale Friedenspreis 1995

 

http://www.afrs.lb.bw.schule.de/bericht.htm                                 
Der 80-Jährige sprach in der Anne-Frank-Realschule Marbach

 

http://www.zeit.de/reden/weltpolitik/dieckmann_weimarerrede_200213       
Krieg im Frieden - Neun Sätze über die Welt (Weimarer Rede v. Chr. Dieckmann)

 

http://www.fi-nottuln.de/DeserteureBaumann.htm                        Pressemitteilung der Friedensversammlung des Kreises Coesfeld

12.05.04 
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